Wie das "Internet der Dinge" die Versicherungsbranche verwandelt

Wie das "Internet der Dinge" die Versicherungsbranche verwandelt

Das Internet der Dinge ist die neueste technologische Entwicklung, die von der Versicherungsbranche übernommen wird, und möglicherweise auch die entscheidendste. Im Kern ist das Internet der Dinge („Internet of Things“ bzw. „IoT“) die Verbindung alltäglicher Geräte mit dem Internet. Fast alles ist heute auch als intelligentes, smartes Gerät denkbar: Kaffeemaschinen, Waschmaschinen, Hausthermostate, Fitnessgeräte, Uhren... Diese Liste könnte endlos von uns fortgesetzt werden.

Mithilfe einer Internetverbindung werden diese Geräte intelligenter. So könnte Ihre Kaffeemaschine Ihnen beispielsweise eine SMS senden, wenn der Kaffee auszugehen droht. Oder Sie werden von Ihrer Waschmaschine per E-Mail darauf hingewiesen, sobald die nächste Wartung Ihrer Waschmaschine ansteht. Und wenn es an einem Tag überraschend kalt wird, können Sie per Handy dafür sorgen, dass Ihre Wohnung bei Ihrem Eintreffen bereits warm ist. Sollten Sie ein internetfähiges Fitnessgerät (Wearables) tragen, kann Ihr Arzt Ihre Gesundheit aus der Ferne mitverfolgen. Schätzungen zufolge werden bis zum Jahr 2020 etwa 34 Milliarden Geräte weltweit auch mit dem Internet verbunden sein.

Doch das Internet der Dinge ist nicht nur praktikabel für den Nutzer, sondern generiert auch einige Daten über Sie. Beispielsweise weiß der Hersteller Ihrer Kaffeemaschine alles über Ihren Kaffeeverbrauch und Ihre Vorlieben. So kann er sein Angebot genau auf Sie zuschneiden. Oder Ihr Arzt kann erkennen, sobald Ihr Blutdruck gefährlich ansteigt - und eingreifen.

Inwiefern spielt das nun alles eine Rolle für die Versicherungsbranche? In der Versicherungsbranche dreht sich schon immer alles um Daten, insbesondere um diese, die eine exakte Berechnung von Risikozuschlägen ermöglichen. Das Internet der Dinge erlaubt es den Versicherungen, riesige Datenmengen zu sammeln und die zunehmend größeren Kapazitäten der IT einzusetzen, um sie bei diesen Berechnungen zu unterstützen. Auf diese Weise verwandelt sich die Geschäftstätigkeit der Versicherungen.

Wie die Geräte eine Branche verwandeln

Traditionell beruht die Festlegung der Beiträge für die Kfz-Versicherung auf aktuellen Daten über das Automodell, den Lebensstil des Fahrers einschließlich seines Standorts und der Art seiner Tätigkeit. Heute können diese Informationen dank ausgeklügelter Algorithmen rasch verarbeitet werden, und die Kunden erhalten umgehend ein Angebot, sobald sie die erforderlichen Angaben gemacht haben.

Nun kommt ein ganz neues verfügbares Datenniveau ins Spiel. Die Versicherungen bieten Überwachungssysteme im Stil eines Flugdatenschreibers an, die im Auto eingebaut werden. Diese halten Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecken, Wende- und Bremsmuster ebenso fest wie Tageszeiten sowie vieles mehr. Die sogenannte „Telematik“ ermöglicht es der Versicherung, ein „nutzungsbasiertes“ Angebot zu machen - mit anderen Worten, eine günstigere Versicherung für vorsichtige Fahrer und umgekehrt.

Ebenso kann die tragbare Technologie im Gesundheitswesen Daten über die Lebensweise des Trägers an die Krankenkassen senden. Dies macht eine exaktere Bewertung der Gesundheitsrisiken der Versicherten möglich. Außerdem können diese durch eine gesündere Lebensweise ihre Beiträge senken.

Das Gleiche gilt auch für das Zuhause. Versicherungen können den Versicherungsnehmern, die sich für eine intelligente Heim-Technologie, wie etwa Kohlenmonoxid- und Rauchmelder entscheiden, günstigere Beiträge anbieten. Diese Geräte warnen bei potenziell gefährlichen Bedingungen und minimieren so das Risiko eines Schadensfalls.

Die Geräte machen nicht nur individuellere Versicherungsprodukte möglich, sondern auch Modelle für den Schadensfall, die auf Vorbeugung aufbauen und nicht auf einer Reaktion für eingetretene Schäden.

Zukünftige Herausforderungen

Die Menge der Informationen, die über drahtlose Verbindungen mit anderen geteilt werden, steigt weiterhin. Daher wird die Frage der Internetsicherheit zunehmend wichtiger, denn der Schutz der Verbraucherdaten ist von größter Bedeutung. Was der Versicherungsbranche eine weitere Chance bietet. Der Bedarf nach einer „Internetversicherung“ ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Alleine im letzten Jahr hat die Versicherungsbranche etwa 2,5 Milliarden USD (rund 2,24 Milliarden Euro) in Beiträgen für Versicherungen eingenommen, die Unternehmen vor von Hackern verursachten Verlusten schützen. Das bedeutet einen erheblichen Anstieg gegenüber den 2 Milliarden USD (rund 1,79 Milliarden Euro) aus dem Vorjahr, und erst recht gegenüber der 1 Milliarde USD (rund 0,89 Milliarden Euro) von vor zwei Jahren.

Die richtigen Fachkräfte finden

Um die Chancen, die sich durch das Internet der Dinge bieten, auch wirklich nutzen zu können, müssen Unternehmen erheblich in ihre technologische Infrastruktur, wie z.B. in neue Hardware-Plattformen, Netzwerke, Betriebssysteme, Datenverarbeitung für große Datenmengen, Cloud-Dienste, Management-Tools für Endgeräte, Standards und Ökosysteme investieren. Infolgedessen wird hier insbesondere der Bedarf an Software-Ingenieuren, Datenanalysten und Technologie-Architekten steigen. Dabei wird kein Bereich der Versicherungsbranche davon unberührt bleiben, ob es sich nun um das Neukundengeschäft, die Schadensabwicklung oder das Ausstellen der Versicherungspolicen handelt.

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