Internet der Dinge: Was ist das?

Internet der Dinge: Was ist das?

Nichts hat unser Leben bisher so drastisch verändert und beeinflusst, wie die Geburtsstunde des World Wide Web. Nun soll das sogenannte Internet der Dinge (IoT – Internet of Things) unsere Art Geschäfte zu machen, unsere Arbeitsweise und unsere Lebensweise weiter revolutionieren. Aber was genau ist dieses Internet der Dinge?

 

Das Internet der Dinge

Einfach ausgedrückt ist das Internet der Dinge eine Welt, in der sowohl anspruchsvolle als auch alltägliche Objekte mit dem Internet verbunden sind und Daten aussenden und empfangen. Es besteht aus drei Hauptelementen: Sensoren in den Geräten, einer WLAN-Verbindung, Menschen und Prozessen.

Das Forschungsunternehmen Gartner schätzt, dass das Internet der Dinge bis zum Jahr 2020 in unserem Alltag integriert ist und mehr als 25 Milliarden Geräte „online“ sein werden. Während der Fortschritt sich in allen Bereichen abzeichnen wird, insbesondere in der Automobilbranche, im Verbraucherbereich und in der Wirtschaft, wird der größte Zuwachs bei Verbrauchern vorausgesagt.

Starker Anstieg in der Anzahl der Geräte

Laut Gartner wird die Zahl der Geräte stark ansteigen. Das Internet der Dinge ist bereits in vielen Haushalten angekommen. Schon heute kann die Temperatur in Haus oder Wohnung mithilfe einer App von einem Smartphone aus gesteuert werden. Es werden bereits WLAN-fähige Kaffeemaschinen und Wasserkocher verkauft, die Sie ganz bequem vom Bett aus einschalten können, und die fertig sind, wenn Sie aufstehen. Mit anderen Geräten können Sie einfach etwas an- oder ausschalten, auch wenn Sie nicht zuhause sind.

Auch im Gesundheitswesen werden mobile Geräte immer beliebter. Beispielsweise versuchen das Fitbit und die AppleWatch die tägliche Aktivität, den Kalorienverbrauch, das Schlafmuster und eine Vielzahl weiterer Informationen zu tracken, um Nutzern zu einem gesünderen Lebensstil zu verhelfen. Darüber hinaus können die generierten Daten mit den Ärzten der jeweiligen Träger geteilt werden. Somit können diese fundiertere und individuellere Entscheidungen für die Gesundheit der Patienten treffen.  Kunden, die ihre Daten an ihre Krankenkassen weiterleiten, können unter Umständen sogar von niedrigeren Beiträgen profitieren.

In nicht allzu ferner Zukunft wird auch eine Verbindung zwischen dem Gehirn und einem intelligenten Gerät, eine sogenannte „direkte neuronale Interaktion“, an Bedeutung gewinnen. Mit Hilfe dieser können das Augenlicht und das Gehör wieder hergestellt werden oder sogar Gliedmaßen wieder bewegt werden.

Unternehmen und Wirtschaft

Innerhalb der Wirtschaft kann das Internet der Dinge Prozesse effizienter gestalten und so zu Kosteneinsparungen führen. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Bürogeräte wüssten genau, wann ihnen die Betriebsmittel ausgehen, die sie dann automatisch nachbestellen können. Im größeren Rahmen hat der Innovationssprung in der Sensoren- und Überwachungstechnologie zu einer gewaltigen Senkung des Ölpreises und der Gasförderung geführt. Flugzeuge können beispielsweise nun Daten über die Funktion der Flugzeugmotoren in Echtzeit an die Überwachungsstationen am Boden senden.

Was hat zu diesem Wachstum geführt?

Zum Teil steckt billigere Technologie hinter diesem Wachstum. Insbesondere die Kosten für die Sensoren, welche die Daten erfassen, sind in den letzten Jahren wesentlich gesunken. Entsprechend werden auf der einen Seite immer mehr Geräte mit Sensoren hergestellt, und auf der anderen Seite können diese Sensoren immer mehr Informationen erfassen: Unseren Standort, Kamera- und Audio-Daten, und alle Angaben von der Temperatur über Schadstoffe in der Atmosphäre und die Luftfeuchtigkeit bis hin zum Luftdruck und so weiter.

Darüber hinaus erreicht die Breitband-Technologie immer mehr Menschen, und die Anzahl der Smartphones ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Gleichzeitig werden Computer zunehmend ausgefeilter und intelligenter. All diese Faktoren haben das Wachstum positiv unterstützt.

Zukünftige Entwicklungen: Chancen und Herausforderungen

Für die Zukunft sehen einige bereits intelligente Städte vor sich, in denen alles miteinander verbunden ist - Beleuchtung, Parkplätze, Luftqualität und Abfallwesen.

Aber Chancen bedeuten immer auch Herausforderungen. So sicher es auch ist, dass das Internet der Dinge in großem Umfang von uns adaptiert wird - so stehen doch noch große Herausforderungen bevor. Wie sieht es mit Sicherheit und Datenschutz aus? Wenn Ihr Wasserkocher mit dem Internet verbunden ist, können er und Ihre anderen Geräte gehackt werden? Wo landen am Ende die Daten, die Ihr Wasserkocher generiert? Und wer hat ein Recht darauf, sich diese Daten anzeigen zu lassen? Kann die Sicherheit dieser Daten garantiert werden? Und denken wir einmal über all das hinaus. Stehen uns auf dem Arbeitsmarkt das Wissen und die Fähigkeiten zur Verfügung, die erforderlich sind, um das Beste aus dem Internet der Dinge herauszuholen? Das sind die Fragen, die sich mehr und mehr in den Vordergrund drängen, je weiter die Übernahme des Internets der Dinge voranschreitet.

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