Die Auswirkungen von Kryptowährungen auf die Bankenlandschaft

Mit der regelmäßigen Einführung neuer Kryptowährungen stellt sich immer wieder die Frage, welche Auswirkungen dies auf die Bankenlandschaft haben wird. Werden Banken in Zukunft gezwungen sein, ihre Leistungen entsprechend anzupassen? Schaffen sie vielleicht ihre eigene Kryptowährung? Und was bedeuten diese Auswirkungen für die Kunden?

Dieser Artikel geht im Folgenden auf alle wichtigen Fragen rund um das Thema Kryptowährungen ein.

Was ist eine Kryptowährung?

Kryptowährungen sind digitale Geldeinheiten, die keine physische Form haben und ohne Zentralinstanzen wie etwa Banken auskommen. Sie basieren auf kryptographischen Werkzeugen wie Blockchains und digitalen Signaturen. Solche Verschlüsselungsverfahren werden angewandt, um den digitalen Geldtransfer zu kontrollieren und verifizieren. Das bekannteste Beispiel ist der Bitcoin, der 2009 als erste Kryptowährung öffentlich gehandelt wurde.

Um wirklich verstehen zu können, welche Auswirkungen Kryptowährungen auf die Bankenlandschaft haben könnten, ist es wichtig, sich kurz mit ihrer Geschichte zu befassen. Dadurch kann besser nachvollzogen werden, wie schnell die Beliebtheit von digitalen Währungen zunimmt. Die folgende Grafik zeigt anhand eines Zeitstrahls die Einführung der verschiedenen Kryptowährungen innerhalb der letzten zehn Jahre auf.

Was dies für Banken und Kunden bedeuten könnte

„Menschen, die vor zehn Jahren keinen Zugang zu Handel und Finanzen hatten, haben diesen heute“, so Chris Skinner, Autor von Value Web. Dadurch erhalten diejenigen, die vorher von den traditionellen Banken unberücksichtigt gelassen wurden, eine weitere Finanzierungsoption. Bei Kryptowährungen entfällt nicht nur die Interaktion zwischen den Menschen und den Banken, wie sie heute üblich ist, auch die Bankgebühren entfallen.

Zwischen April 2015 und April 2016 wurden beispielsweise mehr als 600 Bankfilialen in Großbritannien geschlossen. Im Jahr 2016 vermeldete die HSBC, dass das Kundenaufkommen in ihren Filialen um mehr als 40 % zurückging. Angesichts dieser Tatsachen ist es verständlich, dass sich einige Banken um die möglichen Auswirkungen von Kryptowährungen auf die Bankenlandschaft sorgen. Wenn Kryptowährungen weiterhin an Beliebtheit gewinnen, könnten physische Banken letztendlich überflüssig werden.      

Die Reaktion der Banken auf Kryptowährungen

Die Banken weltweit haben in den letzten Jahren unterschiedliche Reaktionen gezeigt. Einige Länder lehnen Kryptowährungen bis heute vollständig ab, während andere der Meinung sind, dass digitale Währungen viele neue Chancen bieten könnten.

China und Vietnam haben Kryptowährungen sogar verboten. In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung sagte die Staatsbank von Vietnam, dass Bitcoin und andere virtuelle Währungen nicht als gesetzliche Zahlungsmittel akzeptiert werden. In der Mitteilung hieß es weiter, dass die Verwendung von Kryptowährungen zu einer Strafe von 150 bis 200 Millionen VND führen kann.

Tony Richards, Leiter der Zahlungsabteilung der australischen Zentralbank, ist hingegen der Meinung, dass ein solches Vorgehen in Australien nicht notwendig sei. „Ausgehend von dem zahlungspolitischen Mandat der Bank scheint es nicht so, als würden digitale Währungen drängende regulatorische Probleme darstellen“, so Richards. Er ist der Auffassung, dass es besser wäre, die Kryptowährungen unterstützende Industrie zu regulieren, anstatt zu versuchen, Kryptowährungen selbst zu regulieren. 

Könnten Kryptowährungen die Zukunft der Banken sein?

Diese Frage lässt sich nur schwierig beantworten. Gregory Efthimiou äußert sich bei The Market Mogul dazu wie folgt: „Eine Nichteinhaltung der herkömmlichen Finanzpraktiken könnte letztendlich dazu führen, dass das Unterfangen nicht von Dauer ist.“ Dies lässt darauf schließen, dass vielleicht ein Mittelweg gefunden werden muss. Banken müssen mehr tun, um die Blockchain-Technologie hinter den Kryptowährungen zu verstehen und anzupassen. Die Erzeuger neuer Kryptowährungen müssen hingegen die Bedeutung der traditionellen Bankenpraktiken berücksichtigen und anerkennen.

Und genau das ziehen offensichtlich mehrere Banken in Betracht. Trotz allgemeiner Vorbehalte innerhalb der Branche in Bezug auf die Auswirkungen von Kryptowährungen arbeiten sechs Banken zusammen, um ihre eigene Kryptowährung zu schaffen: HSBC, Barclays, State Street, Canadian Imperial Bank of Commerce, Credit Suisse und MUFG.  Vielleicht können sie so den Bedenken in Bezug auf Kryptowährungen und kriminelle Aktivitäten entgegen wirken.

Auswirkungen von Kryptowährungen auf die Bankenlandschaft

Noch ist es zu früh, um Aussagen darüber zu treffen, welche die beste Vorgehensweise für Banken und Erzeuger neuer und bestehender Kryptowährungen sein könnte. Die Experten von Huxley werden den Markt auch weiterhin beobachten und über neue Informationen und Erkenntnisse berichten. Wenn Sie sich für neue Chancen im Bankensektor oder für Leistungen interessieren, können Sie uns gerne kontaktieren. Unsere Berater stehen Ihnen gerne zur Seite.

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